Rezension | "Der Tanz unseres Lebens" - Noa C. Walker

Sonntag, 7. Januar 2018

Als Florence durch das Eis bricht und in das kalte Wasser des Bergsees sinkt, hätte es der letzte Tag im Leben der Musicaldarstellerin sein können. Doch der junge Arzt Martin holt sie zurück ans Ufer. Es ist der Beginn einer wundervollen Liebesgeschichte, umgeben von den Schicksalen, Wünschen und Geheimnissen einer Dorfgemeinschaft in den Bergen der französischen Schweiz. Dort leben auch die unbekümmerte Zoé, das kleine Mädchen, um das sich Florence liebevoll kümmert, und dessen Mutter Claire, die sie sofort in ihr Herz schließt.
Zwischen Martin und Florence liegt jedoch ein unausgesprochenes Geheimnis, das in ihre persönliche Vergangenheit zurückreicht. Noch kennt er nicht den wahren Grund für ihren Tanz auf dem Eis, und sie weiß nichts von seinem schweren Schicksal. (Klappentext)


Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama/ Liebesroman
Sprache: Deutsch
Verlag: Tinte & Feder (Amazon Imprint)
Seiten: 400



Zugegeben, ich war am Anfang sehr skeptisch, ob das Buch tatsächlich meinen Erwartungen entsprechen würde, da ich a) noch nie etwas vom Tinte&Feder-Verlag gehört hatte und b) auch die Autorin nicht kannte. Wahrscheinlich wäre ich auch nie auf diesen Roman gestoßen, wenn ich nicht die Verlosung  auf Lovelybooks entdeckt hätte. Das Cover fand ich jedoch schon auf den allerersten Blick toll und der Klappentext versprach eine schöne Liebesgeschichte, also wagte ich mein Glück und gewann ein Exemplar. :-)
Danke dafür!

Ich muss sagen, das Cover fässt sich so toll an, dass ich beim Lesen ständig darüberstreichen musste. Und es fügt sich klasse mit der Geschichte zusammen, denn die Farben sind so frisch und freundlich, wie ich mir den Handlungsort vorgestellt habe.
Das kleine Bergdorf in der Schweiz hat mich schon bei der ersten Erwähnung verzaubert, da die Bilder einfach, aber ganz feinfühlig über unzählige  Wortmalereien vermittelt werden. Zum Teil war es vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, sich mit den Metaphern zu arrangieren, aber das hatte ich schnell geschafft und die paar Mal, wo ich wirklich gestutzt habe, waren Momente, in denen sich die Protagonisten selbst nicht ernst genommen oder mit mir zusammen über die Theatralik der Worte gewundert haben.

Die Geschichte um Florence und Martin ist eine der wenigen Liebesgeschichten, die trotz ihres unendlich zögerlichen Annäherns nicht langweilig wird. Ich habe leider schon einige Bücher gelesen, in denen ich nach der Hälfte die Lust verloren hatte, weil die Protagonisten einfach nicht zum Punkt kamen - bei "Der Tanz unseres Lebens" hatte ich jedoch das Gefühl, Martins Geduld wäre auch auf mich übergesprungen, zusammen mit dem Verständnis für Flos trauriges Schicksal.
Auch wenn die Geschichte geprägt ist von Dramatik und herben Rückschlägen, schafft es die Autorin durch den Charakter der kleinen Zoé, dass der Humor und die Fröhlichkeit nicht auf der Strecke bleibt. Im Grunde verkörpert das Mädchen genau diese zwei Punkte, weswegen sie der absolut liebenswürdigste Charakter des gesamten Romans wird. Mit ihren Zitaten aus diversen Filmen und Büchern hilft sie, so manch eine Situation aufzulockern.
Ich schätze außerdem sehr, dass die Geschichte nicht nur oberflächlich dahererzählt wird, sondern auch gesellschaftliche Problematiken thematisiert (Der Umgang mit schwer erkrankten Kindern, Leistungs- und Karrieredruck oder auch ganz einfach Vorurteile fremden Menschen gegenüber), über die im Roman teilweise sehr tiefsinnig philosophiert wird, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Dämpfer gibt.

Tatsächlich hat das Buch all meine Erwartungen übertroffen und fasziniert mich auch im Nachhinein noch. Der Stil der Erzählung ist einzigartig und die Protagonisten habe ich sofort ins Herz geschlossen - ehrlich gesagt wage ich mich gerade nicht an das nächte Buch meiner Liste ran, da ich vermute, in nächster Zeit wird nichts diesem Roman das Wasser reichen können.

Ich kann "Der Tanz unseres Lebens" nur weiterempfehlen.

Bewertung


xx Isa

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